Was ist Hidradenitis suppurativa?
Hidradenitis suppurativa (eitrige Hidradenitis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Bereichen entsteht, die reich an apokrinen Schweißdrüsen und Haarfollikeln sind. Kennzeichnend sind schmerzhafte, gerötete Knoten unter der Haut, die sich zu Abszessen entwickeln, aufplatzen und eitern, und mit der Zeit Fistelgänge und Narben bilden. Am häufigsten tritt die Erkrankung in der Achsel, in der Leiste, unter den Brüsten, im Genitalbereich und in der Dammregion auf.
Auch wenn sie oft fälschlich als „einfache Infektion“ oder Folge mangelnder Hygiene missverstanden wird, ist Hidradenitis keine Erkrankung der Unsauberkeit. Es handelt sich um eine chronische Entzündung, bei der sich Haarfollikel verstopfen und entzünden und sich in der Folge wiederkehrende eitrige Prozesse entwickeln. Bei der Entstehung spielen erbliche Veranlagung, hormonelle Faktoren, Rauchen und Übergewicht eine bedeutende Rolle.
Die Erkrankung durchläuft Stadien: von einzelnen Knoten und Abszessen (frühes Stadium) über wiederholte Herde mit Fisteln und Narben bis hin zu einer fortgeschrittenen Form mit verzweigten Fistelgängen und ausgedehnten Narben, die eine größere Hautfläche betreffen. Je höher das Stadium, desto größer ist die Rolle der Chirurgie in der Behandlung.
Hidradenitis beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich – Schmerzen, Eiterung, unangenehmer Geruch und Narben behindern Bewegung, Arbeit und Alltagsaktivitäten und stellen zudem eine psychische Belastung dar. Deshalb ist es wichtig, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen und umfassend zu behandeln. Bei Medical Time gehen wir Hidradenitis ernsthaft und mit Verständnis an und wählen das Verfahren, das dem Stadium und den Bedürfnissen jedes Patienten entspricht.
Wann ist eine chirurgische Behandlung angezeigt?
In frühen Stadien wird Hidradenitis häufig medikamentös behandelt (lokale und systemische Therapie), begleitet von Verhaltensänderungen und entzündungshemmenden Maßnahmen. Bei wiederkehrenden und fortgeschrittenen Veränderungen wird die Chirurgie jedoch entscheidend, da sie entzündete Herde und Fistelgänge entfernt, die Medikamente nicht dauerhaft heilen können. Die Entscheidung trifft der Chirurg nach der Untersuchung.
Die chirurgische Behandlung von Hidradenitis wird in folgenden Situationen empfohlen:
- ein schmerzhafter Abszess, der eine dringende Drainage zur Linderung erfordert
- Knoten und Abszesse, die immer wieder an derselben Stelle auftreten
- entwickelte Fistelgänge, die ständig eitern und absondern
- ein fortgeschrittenes Stadium mit ausgedehnten Narben und betroffener Haut
- Veränderungen, die nicht auf Medikamente und konservative Therapie ansprechen
- ausgeprägte Schmerzen, unangenehmer Geruch und Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten
- die Notwendigkeit einer dauerhaften Lösung anstelle ständig wiederkehrender Herde
Wie die Operation bei Hidradenitis durchgeführt wird
Die Art des chirurgischen Eingriffs hängt vom Stadium der Erkrankung und dem Ausmaß der betroffenen Haut ab. Ziel ist es, entzündetes und fisteltragendes Gewebe zu entfernen und so ein erneutes Auftreten an derselben Stelle zu verhindern. Bei begrenzten Veränderungen ist der Eingriff kleiner, während fortgeschrittene Formen eine umfangreichere Exzision erfordern.
Bei einem akuten, schmerzhaften Abszess wird zunächst eine Inzision und Drainage durchgeführt – ein kleiner Schnitt, durch den der Eiter abfließen kann und der die Schmerzen lindert. Dies ist eine Notfallmaßnahme, die eine sofortige Linderung bringt, die Erkrankung jedoch nicht dauerhaft löst, da der Herd erneut auftreten kann.
Für eine dauerhafte Lösung wird die Exzision angewendet – die chirurgische Entfernung der betroffenen Haut und des Unterhautgewebes samt Fistelgängen. Bei kleineren Veränderungen ist eine begrenzte (lokale) Exzision möglich, während bei fortgeschrittenen Formen eine ausgedehntere Exzision des gesamten betroffenen Bereichs durchgeführt wird. Je nach Größe der Wunde wird sie direkt vernäht, zur schrittweisen (sekundären) Heilung offen gelassen oder mit einem Lappen oder einem Hauttransplantat gedeckt.
Welche Technik am besten geeignet ist, beurteilt der Chirurg individuell, wobei darauf geachtet wird, dass alles erkrankte Gewebe entfernt wird und Funktion sowie Aussehen des Bereichs bestmöglich erhalten bleiben. Das entfernte Gewebe wird in der Regel zur histologischen Untersuchung eingeschickt.
Vorbereitung auf die Operation
Die Vorbereitung hängt vom Umfang des geplanten Eingriffs ab. Kleinere Eingriffe (Drainage, begrenzte Exzision) werden ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt, während umfangreichere Exzisionen eine Analgosedierung oder Vollnarkose sowie eine entsprechende präoperative Vorbereitung erfordern. Alles beginnt mit einer Untersuchung beim Chirurgen, der das Stadium beurteilt und den Eingriff plant.
Ist ein Eingriff in Sedierung oder Vollnarkose geplant, erfolgt eine standardmäßige präoperative Vorbereitung (Laboruntersuchungen, bei Bedarf EKG und Untersuchung durch den Anästhesisten), es gelten die Nüchternheitsregeln, und es wird eine Begleitperson für die Heimfahrt organisiert.
Worüber Sie den Chirurgen vor dem Eingriff informieren sollten:
- alle Medikamente, die Sie einnehmen, besonders Blutverdünner
- chronische Erkrankungen (besonders Diabetes) und eine Neigung zu verzögerter Wundheilung
- ob Sie rauchen – Rauchen verschlechtert die Hidradenitis und verlangsamt die Wundheilung
- Allergien gegen Medikamente, Betäubungsmittel und Verbandmaterialien
- die bisherige Behandlung der Hidradenitis und frühere Eingriffe
- bei umfangreicheren Eingriffen – die Nüchternheitsregeln und eine organisierte Begleitperson
Ablauf der Operation, Anästhesie und Dauer
Am Tag des Eingriffs wird der Bereich desinfiziert und mit sterilen Tüchern abgedeckt. Je nach Umfang kommt eine örtliche Betäubung, eine Analgosedierung oder eine Vollnarkose zum Einsatz, sodass der Patient während des Eingriffs keinen Schmerz verspürt. Der gesamte Ablauf findet unter sterilen Bedingungen im Operationssaal statt.
Bei der Abszessdrainage setzt der Chirurg einen kleinen Schnitt, lässt den Eiter abfließen und spült die Höhle, anschließend wird die Wunde verbunden. Bei der Exzision wird das gesamte betroffene Gewebe samt Fistelgängen entfernt, die Blutung gestillt, und die Wunde wird – je nach Plan – vernäht, zur schrittweisen Heilung offen gelassen oder mit einem Lappen bzw. Transplantat gedeckt.
Die Dauer hängt vom Umfang ab: Eine Abszessdrainage dauert nur wenige Minuten bis eine halbe Stunde, während eine umfangreichere Exzision mit Rekonstruktion auch länger dauern kann. Bei umfangreicheren Eingriffen in Vollnarkose überwacht der Anästhesist während der gesamten Operation die Vitalfunktionen, sodass der Eingriff sicher und kontrolliert verläuft.
Nach dem Eingriff erholt sich der Patient unter Aufsicht des Personals. Kleinere Eingriffe ermöglichen eine Heimkehr noch am selben Tag, während umfangreichere Exzisionen mitunter einen kürzeren Aufenthalt zur Verbandpflege und Wundüberwachung erfordern, worüber der Chirurg entscheidet.
Erholung nach der Operation bei Hidradenitis
Die Erholung hängt vom Umfang des Eingriffs ab. Nach einer Abszessdrainage tritt die Linderung fast sofort ein, und die Wunde heilt in den folgenden Tagen unter regelmäßigen Verbandwechseln ab. Nach einer ausgedehnteren Exzision dauert die Erholung länger, da die Wunde schrittweise heilt – besonders wenn sie zur sekundären Heilung offen gelassen wird, was regelmäßige Verbandwechsel über mehrere Wochen erfordert.
Eine sorgfältige Wundpflege ist entscheidend für ein gutes Ergebnis und die Verhinderung einer Infektion. Der Patient erhält klare Anweisungen zum Verbandwechsel, bei Bedarf werden auch Kontrollen in der Einrichtung organisiert. In Bereichen wie Achsel und Leiste ist es wichtig, die Haut zu entlasten, Reibung zu vermeiden und bequeme, luftige Kleidung zu tragen.
Was während der Erholung empfohlen wird:
- verbinden Sie die Wunde regelmäßig und genau nach Anweisung des Chirurgen
- tragen Sie bequeme, luftige Kleidung und vermeiden Sie Reibung im Wundbereich
- vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten und Schwitzen, bis die Wunde verheilt ist
- ein Rauchstopp verbessert die Wundheilung deutlich und verringert das Wiederauftreten der Erkrankung
- achten Sie langfristig auf ein gesundes Körpergewicht und eine sorgfältige Hautpflege
- wenden Sie sich an den Arzt, wenn verstärkte Schmerzen, Eiterung, sich ausbreitende Rötung oder Fieber auftreten
Risiken und mögliche Komplikationen
Die chirurgische Behandlung von Hidradenitis ist sicher und oft der einzige Weg zu dauerhafter Linderung, doch wie bei jedem Eingriff bestehen mögliche Risiken, über die der Patient im Voraus informiert wird. Sie hängen vor allem vom Umfang der Exzision und dem behandelten Bereich ab.
Möglich sind Blutungen, Wundinfektionen, eine verzögerte Wundheilung (besonders bei Rauchern und Menschen mit Diabetes) sowie Narbenbildung, die bei umfangreichen Eingriffen die Beweglichkeit in Achsel oder Leiste einschränken kann. Bei unvollständig entfernten Herden besteht die Möglichkeit, dass die Erkrankung erneut auftritt, weshalb es bei fortgeschrittenen Formen wichtig ist, alles betroffene Gewebe zu entfernen.
Wichtig ist zu verstehen, dass Hidradenitis eine chronische Erkrankung ist, die mit einer Kombination aus Chirurgie, Therapie und Verhaltensänderung (vor allem Rauchstopp und Gewichtsregulierung) behandelt wird. Auch wenn eine umfangreichere Exzision einen bestimmten Herd am zuverlässigsten löst, hängt der langfristige Erfolg auch von konsequenter Nachsorge und der Mitwirkung des Patienten ab. Bei Medical Time lösen wir deshalb nicht nur das aktuelle Problem, sondern helfen dem Patienten, die Erkrankung dauerhaft unter Kontrolle zu halten.
Warum die Behandlung von Hidradenitis bei Medical Time durchführen lassen
Bei Medical Time gehen wir Hidradenitis umfassend und mit Verständnis an – von der Beurteilung des Stadiums über die Wahl der richtigen chirurgischen Technik bis hin zur Unterstützung während der gesamten Erholung. Ein erfahrenes chirurgisches Team und moderne klinische Bedingungen ermöglichen einen sicheren Eingriff, unabhängig davon, ob es sich um eine Abszessdrainage oder eine umfangreiche Exzision handelt.
Besonderen Wert legen wir darauf, dem Patienten die Natur der Erkrankung zu erklären und ihm zu helfen, sie langfristig zu kontrollieren. Nach dem Eingriff stehen wir Ihnen für Verbandwechsel, Kontrollen, die Erläuterung des histologischen Befunds und Empfehlungen zur Verringerung des Wiederauftretens zur Seite.
- umfassender Ansatz – von der Drainage bis zur ausgedehnten Exzision, je nach Stadium
- erfahrenes chirurgisches Team und moderne, sterile Klinikbedingungen
- schmerzloser Eingriff unter örtlicher Betäubung, Analgosedierung oder Vollnarkose
- sorgfältig geführte Wundpflege und regelmäßige Verbandwechsel bis zur vollständigen Heilung
- Verständnis für die chronische Natur der Erkrankung und Unterstützung bei der langfristigen Kontrolle
- Beratung zu Rauchstopp, Körpergewicht und Hautpflege
- diskreter und sorgfältiger Ansatz, schnelle Terminvergabe ohne lange Wartezeiten
Preis
Der Preis für die chirurgische Behandlung von Hidradenitis hängt vom Stadium der Erkrankung, dem Umfang des Eingriffs (Drainage, begrenzte oder ausgedehntere Exzision), der Art der Anästhesie und einer eventuellen Wundrekonstruktion ab. Der endgültige Preis wird nach der Untersuchung festgelegt; die chirurgischen Leistungen finden Sie in der Preisliste, eine genaue Einschätzung und einen Termin erhalten Sie per Anruf.
- Untersuchung beim Chirurgen und Beurteilung des Stadiums
- Inzision und Drainage eines Abszesses
- Exzision der betroffenen Haut (begrenzt oder ausgedehnt)
- Pathohistologische Untersuchung des entfernten Gewebes
Für eine Einschätzung und einen Termin rufen Sie 062-399-888 an.
Häufig gestellte Fragen zu Hidradenitis
Nein. Hidradenitis suppurativa ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die mit erblicher Veranlagung, hormonellen Faktoren, Rauchen und Körpergewicht zusammenhängt – nicht mit Unsauberkeit. Hygiene ist als unterstützende Maßnahme wichtig, aber nicht die Ursache der Erkrankung.
Hidradenitis ist eine chronische Erkrankung, die kontrolliert wird. Eine ausgedehntere Exzision löst einen bestimmten Herd am zuverlässigsten und verhindert dessen Wiederauftreten, doch der langfristige Erfolg hängt auch von der Therapie, dem Rauchstopp und der Gewichtsregulierung ab. Bei Medical Time helfen wir Ihnen, die Erkrankung unter Kontrolle zu halten.
Während des Eingriffs verspüren Sie keinen Schmerz, da er je nach Umfang unter örtlicher Betäubung, Analgosedierung oder Vollnarkose durchgeführt wird. Nach dem Eingriff sind leichte Schmerzen und Empfindlichkeit möglich, die mit vom Arzt empfohlenen Schmerzmitteln kontrolliert werden.
Die Drainage lässt den Eiter abfließen und bringt schnelle Linderung, entfernt aber nicht das erkrankte Gewebe, sodass der Herd erneut auftreten kann. Für eine dauerhafte Lösung ist die Exzision der betroffenen Haut und der Fistelgänge erforderlich, worüber der Chirurg je nach Stadium der Erkrankung entscheidet.
Nach einer Drainage ist die Erholung schnell. Nach einer ausgedehnteren Exzision heilt die Wunde schrittweise, mitunter über mehrere Wochen, besonders wenn sie zur sekundären Heilung offen gelassen wird und regelmäßige Verbandwechsel erfordert. Die genaue Dauer hängt vom Umfang des Eingriffs ab.
Ja, und zwar erheblich. Rauchen verschlechtert den Verlauf der Erkrankung und verlangsamt die Wundheilung. Ein Rauchstopp ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um das Wiederauftreten von Herden zu verringern und das Behandlungsergebnis zu verbessern.
Bei umfangreicheren Exzisionen sind Narben unvermeidlich, doch der Chirurg achtet darauf, dass Funktion und Aussehen des Bereichs bestmöglich erhalten bleiben. Bei kleineren Eingriffen ist die Narbe begrenzt. Ziel ist es, alles erkrankte Gewebe bei bestmöglichem Ergebnis zu entfernen.
